Er hat die zweite Chance gepackt

Florina German (TRIALOG 1/2012)

 

Alfred Wanner, einst alkoholabhängig und ohne Perspektive, lebt und arbeitet heute in einem Männerheim der Heilsarmee. Er hat sogar noch einmal eine Ausbildung begonnen.

Alfred Wanner fand den Ausstieg aus der Sucht und damit eine neue Zukunft.

 

Seine Lebensgeschichte erzählt er ohne Umschweife. Alfred Wanner wohnt seit 16 Jahren im Männerheim Hasenberg der Heilsarmee. „Und seit 14 Jahren bin ich trocken”, fügt er hinzu. Ob er sich das erträumt hätte? Er schüttelt den Kopf. „Ich war doch völlig am Ende.” Er lächelt, wenn er das heute sagt. Doch etwas in seinem Blick sagt, dass der Weg nicht einfach war. Alfred Wanner kommt 1995 in das Männerheim. Rebellisch sei er gewesen, aggressiv. Jede Woche findet ein Gespräch mit dem Heimleiter statt - über die Situation, das Leben, den Glauben. Alfred Wanner will alles ausdiskutieren und stellt viele kritische Fragen. Häufig kommt es zur Konfrontation.

 

Kein Interesse am Glauben

Alfred Wanner sperrt sich gegen den Glauben an einen Erlöser. Doch eines Tages überrascht ihn Jesus ausgerechnet im Vollrausch. Er spricht einfach zu ihm. Das lässt Alfred Wanner nicht gleichgültig. Er fängt an, in der Bibel zu lesen, und findet zum Glauben. Nach und nach verändert er sein Leben. Die Gespräche im Männerheim helfen ihm.

 

Heute ist von Rebellion nichts mehr zu spüren. Alfred Wanner ist engagiert und hilfsbereit. Er hat seine zweite Chance genutzt: „Wäre ich damals in Bern in den Drogen geblieben, wäre ich heute nicht mehr am Leben.” Auf der Suche nach neuen Aufgaben hat er jede Abteilung des Männerheims durchlaufen. Die Heilsarmee bietet zum Beispiel Holzverarbeitung an. Aber auch auf dem anliegenden Hof können Aufgaben übernommen werden. Alfred Wanner bringt sich gerne ein.

 

Laut vorlesen

Jeden Abend liest sich der 52-Jährige laut einen Bibelabschnitt vor. Besonders der Psalm 23 bewegt ihn. Da geht es um den guten Hirten, den Versorger. Der seine Schützlinge zum frischen Wasser führt und ihre Seele erquickt ...

 

Er sei stabiler, selbstständiger geworden, erklärt Alfred Wanner. Er lächelt kurz, dann sieht er nachdenklich auf seine Hände. Nur wegziehen von hier, das kann er sich nicht mehr vorstellen. Das Männerheim bietet ihm einen geschützten Rahmen. Es ist sein Zuhause geworden. Die Leiter sind wie seine Familie.

 

Er hat gelernt, Schritt um Schritt zu gehen, nicht zu schnell. Seine nächste Etappe: die Lehre in der Küche schaffen, die er begonnen hat. Ein persönlicher Erfolg, denn als er vor 16 Jahren ins Männerheim kam, wollte ihn der Küchenchef nicht einstellen. Stolz erklärt Alfred Wanner: „Ich wäre nie so weit gekommen, wenn ich noch trinken würde.” Dank der Heilsarmee habe er nun wieder Perspektive.

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